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Kindheitstrauma Test – Hast du ein unbewusstes Entwicklungstrauma?

Unsere Kindheit formt uns auf eine tiefgehende Weise – sie beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen, wie wir Beziehungen gestalten und wie wir mit Herausforderungen umgehen. Doch nicht immer verlaufen diese prägenden Jahre unbeschwert. Ein Kindheitstrauma, auch Entwicklungstrauma genannt, entsteht durch wiederkehrende emotionale Vernachlässigung, Ablehnung, mangelnde Sicherheit oder belastende Erfahrungen in frühen Jahren. Oft sind uns diese Prägungen nicht einmal bewusst – sie wirken aus dem Unterbewusstsein heraus und beeinflussen unser Leben bis ins Erwachsenenalter.

Ein unbehandeltes Trauma kann langfristig zu Angststörungen, einer posttraumatischen Belastungsstörung oder anderen psychischen Erkrankungen führen. Auch Misshandlungen, Gewalterfahrungen oder das Gefühl, als Kind immer wieder gedemütigt worden zu sein, können tiefgreifende Auswirkungen haben.

Möchtest du wissen, ob du ein unbewusstes Entwicklungstrauma trägst? Mach den Selbsttest und finde heraus, ob frühe Erlebnisse dein heutiges Verhalten, deine Emotionen oder deine Beziehungen beeinflussen.

Kindheitstrauma Test:

Erkennst du dein Trauma in diesen Symptomen?

Beantworte die folgenden Fragen ehrlich mit Ja oder Nein.

Emotionale Muster:

  1. Hast du oft das Gefühl, nicht gut genug zu sein?

  2. Fällt es dir schwer, deine eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen oder auszudrücken?

  3. Reagierst du manchmal übermäßig stark auf Ablehnung oder Kritik?

  4. Hast du das Gefühl, dass du ständig "funktionieren" musst, um akzeptiert zu werden?

  5. Fällt es dir schwer, auf deine eigenen Gefühle zu vertrauen?

    Beziehungsmuster:

  6. Hast du Angst, Menschen zu nah an dich heranzulassen?

  7. Wiederholen sich in deinen Beziehungen immer wieder die gleichen Konflikte?

  8. Fühlst du dich oft einsam, auch wenn du unter Menschen bist?

  9. Bist du in zwischenmenschlichen Beziehungen eher vermeidend oder überangepasst?

  10. Suchst du unbewusst Bestätigung von anderen, um deinen Wert zu spüren?


    Verhaltensmuster:

  11. Reagierst du auf Stress mit Überforderung oder kompletter Erstarrung?

  12. Fällt es dir schwer, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen?

  13. Verlierst du dich oft in Perfektionismus oder Selbstzweifeln?

  14. Hast du Schwierigkeiten, langfristig Vertrauen aufzubauen?

  15. Neigst du dazu, dich selbst zu sabotieren, wenn etwas gut läuft?

  16. Zeigt sich bei dir ein starkes Vermeidungsverhalten, wenn du dich bedroht oder überfordert fühlst?

    Körperliche Anzeichen:

  17. Hast du oft unerklärliche körperliche Beschwerden (z. B. Kopfschmerzen, Magenprobleme, Verspannungen)?

  18. Neigst du zu plötzlichen Panik- oder Angstzuständen?

  19. Fällt es dir schwer, dich in stressigen Situationen zu beruhigen?

  20. Erlebst du gelegentlich emotionale Taubheit oder Gefühlslosigkeit?

  21. Hast du das Gefühl, dass du oft "auf der Hut" sein musst?

Auswertung:

Zähle, wie oft du mit "Ja" geantwortet hast.

0-5 Ja-Antworten:

Deine Kindheitserfahrungen haben dich vermutlich nicht nachhaltig belastet. Du scheinst eine stabile emotionale Grundlage zu haben. Falls du dennoch gelegentlich mit Herausforderungen kämpfst, könnte es hilfreich sein, gezielt an bestimmten Themen zu arbeiten.

6-10 Ja-Antworten:

Es gibt einige Hinweise darauf, dass frühe Erfahrungen dein heutiges Verhalten beeinflussen. Vielleicht fällt es dir schwer, dich in Beziehungen sicher zu fühlen oder deine Emotionen bewusst wahrzunehmen. Achtsamkeit, Selbstreflexion oder professionelle Unterstützung könnten helfen, alte Muster zu erkennen und zu lösen.

11-15 Ja-Antworten:

Deine Antworten deuten darauf hin, dass du möglicherweise unverarbeitete Erlebnisse aus der Kindheit mit dir trägst. Diese könnten sich in Stressreaktionen, Beziehungsproblemen oder einem geringen Selbstwertgefühl zeigen. Auch Kindheitstraumata wie Gewalterfahrungen oder emotionale Vernachlässigung könnten eine Rolle spielen. Es wäre sinnvoll, dich intensiver mit diesen Prägungen auseinanderzusetzen, um dein emotionales Wohlbefinden zu stärken.

16 oder mehr Ja-Antworten:

Deine Antworten sprechen stark dafür, dass ein traumatisches Erlebnis dein heutiges Leben beeinflussen könnte. Dies könnte sich in psychischen Erkrankungen, emotionalen Blockaden oder zwischenmenschlichen Herausforderungen zeigen. Vielleicht hast du das Gefühl, in wiederkehrenden Mustern festzustecken oder dich oft bedrohlich überwältigt zu fühlen. Eine Psychotherapie oder eine spezialisierte Traumatherapie könnte dir helfen, alte Wunden zu heilen und einen neuen Weg einzuschlagen.

Was du tun kannst:

Wenn dieser Test dir gezeigt hat, dass du möglicherweise ein Entwicklungstrauma trägst, gibt es Wege, damit umzugehen:

Selbstreflexion:

Nimm dir Zeit, um alte Muster und wiederkehrende Emotionen zu beobachten.

Achtsamkeit und Körperarbeit:

Meditation, Atemübungen und sanfte Bewegung können helfen, das Nervensystem zu regulieren.

Psychotherapie oder Traumatherapie:

Professionelle Unterstützung kann wertvoll sein, um tiefere Zusammenhänge zu erkennen und Heilung zu ermöglichen.

Abgrenzung lernen:

Setze klare Grenzen und lerne, deine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Mitgefühl für dich selbst entwickeln:

Verstehe, dass deine Reaktionen keine Schwäche sind, sondern ein Schutzmechanismus, den du nun neu ausrichten darfst.

Fazit: Dein Weg zur Heilung

Als Traumatherapeutin, spezialisiert auf Entwicklungstrauma, begleite ich dich gerne auf deinem Weg der Heilung. Gemeinsam können wir alte Muster erkennen, emotionale Wunden sanft lösen und Strategien entwickeln, die dir helfen, ein erfülltes und freies Leben zu führen.

Ein Entwicklungstrauma ist kein Urteil über dich, sondern ein Hinweis darauf, dass dein Nervensystem Schutzstrategien entwickelt hat, um dich in der Vergangenheit zu bewahren.

Die gute Nachricht ist: Heilung ist möglich.

Indem du dir selbst gegenüber bewusster und liebevoller wirst, kannst du alte Traumatisierungen erkennen und Schritt für Schritt lösen. Du bist nicht allein auf diesem Weg. Es ist nie zu spät, dir selbst das Verständnis und die Liebe zu geben, die du verdienst.

Nathalie Grupp

Psychotherapie & Coaching nach dem Heilpraktikergesetz